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Kategorien/Categories:    ›Transatlantic‹  ›Lifestyle‹  ›DE‹   –  22.06.2012

In den Sand gefahren


Es ist kein Geheimnis, dass die USA eine (hoffnungslos) autoabhängige Gesellschaft ist. Auch in Zeiten von stetig steigenden Benzinpreisen scheint sich daran wenig geändert zu haben: kleine, sparsame Autos sieht man nach wie vor selten auf der Straße. Und dann ist da noch das off-road Fahren.

old car on the  beach at pacific coastAutos auf dem Strand? Das kannte ich früher nur von Daytona Beach und ein paar anderen abwegigen Florida Strandgemeinden. Es muss wohl etwas uramerikansiches sein, diese „Freiheit“ genießen zu wollen und überall, wirklich überall hinfahren zu können. Wie bequem es doch ist, seinen ganzen Strandkrempel einfach im Pickup truck an die gewünschte Stelle zu transportieren, ohne alles mühsam in sengender Sonnenglut durch den Sand schleifen zu müssen...

So ist der Durchschnittseuropäer vielleicht etwas erstaunt, dass driving on the beach auch an vielen anderen Stränden im Lande gang und gäbe ist, wie etwa in Washington State, North Carolina, Massachussetts oder Texas. Und nicht zuletzt in diversen National Seashores und State Parks, die eigentlich eine Art von Schutzgebiet darstellen.

Der Strand und die unmittelbare Küstenlandschaft sind für viele ein ganz besonderes Stück Natur. Hier genießt man Wind und Wellen, ausgiebige Strandspaziergänge, erlebt Sonnenauf- oder untergänge, geht schwimmen, angeln oder Muscheln sammeln. Will man dabei ständig diese ollen Blechkisten um sich haben? Ist der Strand nicht einer der Orte dieser Welt, wo Mensch und Tier mal ihre Ruhe haben können? Wo Eltern sorglos ihre Kinder spielen lassen können, anstatt auf den „Strandverkehr“ achtgeben zu müssen (kürzlich wurde ein 4-jähriges Mädchen am Strand in Daytona Beach überfahren).

Das Fahren am Strand hat hierzulande eine lange Tradition, beinahe so lange, wie es Autos gibt. Angeblich, weil bestimmte Strände so abgelegen und lang sind, dass man sonst kaum hinkäme. Hm, wäre das nicht gerade ein Grund das Auto draußen stehen zu lassen? Und diejenigen, die den „beschwerlichen“ Fußweg in Kauf nehmen, würden gleich doppelt belohnt. Now that’s a good deal.

Foto: Automobile on a Pacific beach with shipwreck in background, September 6, 1923
Quelle: Washington Localities Collection


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