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Kategorien/Categories:    ›Sprachkultur/Language culture‹  ›DE‹   –  12.05.2013

Das große Wortwirrwarr


Es gibt Worte, die klingen einfach schön. Weil sie ihre Bedeutung gleich suggestiv mitliefern. Tohuwabohu ist eines davon. So ist es nicht überraschend, dass es eine englische Paralle dazu gibt, die ähnliche Lautmalerei betreibt.

Ein Tohuwabohu beschreibt umgangssprachlich ein großes Durcheinander, Wirrwarr oder Chaos. Allein schon dieses Wort in den Mund zu nehmen, kreiert ein ziemliches Wirrwarr – mit dem eigenen Sprachwerkzeug nämlich!

Im Duden nachgeschaut, findet man heraus, dass das Wort allerdings nicht so lautmalerisch ist, wie es sich zunächst anhört: das Wort stammt aus dem hebräischen tohû wạ vohû, was „Wüste und Öde“ bedeutet – und ist nach der lutherschen Übersetzung der Anfangs der Genesis (1. Mose 1, 2). Wie passend: Ein größeres Durcheinander als der Anfang der Welt ist wohl kaum zu finden (egal welcher Entstehungstheorie man sich denn auch verschreiben mag)!

Kürzlich stieß ich auf ein ähnlich klangvolles Wort in der englischen Sprache: hullabaloo. Es wird definiert als ein Tumult oder Aufruhr mit großem Lärm (meist im Zusammenhang mit Protest), aber unter anderem erscheint auch die Übersetzung Tohuwabohu. Schürft man allerdings nach den Ursprüngen dieses Ausdrucks, wird man nicht so deutlich fündig wie beim Tohuwabohu. Es kursieren viele Definitionen über die Herkunft des Wortes, manche davon recht abwegig. Offenbar fand es jedoch den Weg in die englischen Sprachschatz aus dem Schottischen – die häufigste Erklärung ist die Anlehnung an einen Ausruf in der Jagd.

Egal ob Tohuwabohu  oder hullaballoo – es sind genau diese herrlichen Worte die mit ihrer Lautmalerei eine Sprache bereichern. Auf dass sie noch möglichst lange erhalten und lebendig bleiben!


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