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Kategorien/Categories:    ›Lifestyle‹  ›Kultur/Culture‹  ›DE‹   –  13.09.2013

Heilendes Wasser


Nicht weit von hier versteckt sich im Wald eine kleine Quelle, Brunswick Springs. Der Ort ist ein wenig verwunschen, ein altes Heiligtum der Abenaki Indianer und der Stoff aus dem Legenden gemacht sind.

Auf den ersten Blick ist Brunswick Springs nichts weiter als eine Naturquelle, der Nase nach reichlich mit Sulfaten bestückt. Doch was hat es mit den vielen kleinen Hinterlassenschaften auf sich -  Perlenstränge, ein Gebinde aus bunten Federn, ein kleines Stofftier – die überall in den Büschen hängen? Der zweite Blick verrät die Hinterlassenschaften einer grandioseren Zeit: Fundamente eines riesigen Hotels, die steile Treppe hinab zur Quellplattform, aus der 6 Rohre einst ihr mineralhaltiges Wasser ergossen. Und so hängt dies alles zusammen:

Brunswick SpringsDie Quelle galt seit jeher als Heiligtum der dort ansässigen Abenaki Indianer, die dem Wasser Heilkräfte zuschrieben. Als ein Soldat 1748 nahe bei im Französisch-Indianischen Krieg verwundet wurde, brachten ihn die Indianer an die Quelle, wo er von seinen Wunder genas. Der Soldat, überzeugt von der Heilkraft des Wassers, kam nach dem Krieg zurück und wollte das Quellwasser in Flaschen abfüllen und verkaufen. Doch die Abenaki Indianer waren strikt dagegen, mit etwas von der Natur gegebenem Profit zu machen. Im darauf folgenden Gerangel kam ein Indianer und ein Baby ums Leben – und angeblich verfluchte die Mutter des Kindes daraufhin die Quelle: jeder Versuch, aus der Quelle einen Gewinn zu erzielen, solle zukünftig scheitern.

Man kann den Fluch nehmen wie man will, Fakt ist, dass in den Jahren zwischen 1860 und 1931 vier Hotels neben der Quelle erbaut wurden, die allesamt abbrannten – und nicht immer aus erklärbaren Gründen. Die Heilquellen, die wilde und einsame Bergwelt des Nordens und der relativ leichte Zugang mit der Eisenbahn, die damals  noch bis North Stratford verkehrte, machten die Hotels zu beliebten Ausflugszielen – doch der Erfolg hielt nie lange an.

Heute ist das Land wieder in den Händen der Abenaki, die anhand einer Art privaten Naturschutzgebietes dafür sorgten, dass es nie wieder kommerziell bebaut oder enwickelt werden darf. Noch heute besuchen die Nachfolger des Stammes den für sie heiligen Ort und auch so mancher Einwohner schwört auf das tägliche Gläschen Quellwasser für die gute Gesundheit. Na denn: Prost!


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